22.05.2020
Halbtages-Exkursion Appenzell

Diese Exkursion führt uns eher zufällig ins Appenzellerland, da wir nicht in erster Linie eine Gegend, sondern vielmehr zwei herausragende Architekten-Persönlichkeiten, Paul Knill und Eva Keller, besuchen.

Programm

  • 13.30 Uhr Schwänberg 2676, 9100 Herisau, Wohnhaus Alde

Beide Architekten-Persönlichkeiten sind Gestalter, die sich durch eine perfekte Verbindung von sorgfältigstem Weiter-Bauen im Bestand und ikonischen Neubauten auszeichnen. Sie engagieren sich neben der eigenen Bautätigkeit intensiv in Gremien der Ortsbildgestaltung und des Heimatschutzes, um die reiche lokale Bautradition zu schützen und erhalten.

Eva Keller führt mit ihrem Partner Peter Hubacher ein erfolgreiches Architekturbüro in Herisau und realisiert auf allen Gebieten des Bauens – Kirchen, Schulen, Wohnen, Landwirtschaft, Gewerbe - eine bis ins Detail höchste Sensibilität.

Der Herisauer Architekt Paul Knill engagiert sich unter anderem in der Innerrhodner Fachkommission Heimatschutz und hat dort eine niederschwellige Sprechstunde für Bauherren und Planer eingeführt, an der er am konkreten Objekt an der optimalen Einpassung in den Bestand feilt. Sein Respekt vor der gebauten Realität beweist er bis ins Letzte: seine Website zeigt kein einziges seiner Projekte. Seine Werke und Bauten sind nur in der Realität – wie zum Beispiel auf unserer Exkursion – aufzuspüren. Die einmalige Gelegenheit, mit ihm seine Werke zu besuchen, zeigt uns nicht herausragende Architektur sondern auch einen Philosophen und tiefgründigen Bewahrer guter Traditionen:

So machte er sich zum Thema Tradition und Fortschritt folgende unkonventionellen Gedanken anhand seiner eigenen Kleidung, welche auf den ersten Blick traditionell wie das Sonntigs-Hääss eines Bauern wirke, – von Auswärtigen, welche diesen «bäuerlich-traditionellen» Kleiderstil nicht kennen würden, jedoch keineswegs als traditionell empfunden würde. Sein Hemd stamme aber von einem Couturier aus Paris, bei der braunen Hose handle es sich um eine traditionelle Arbeitshose aus den USA und bei den Schuhen um Dr. Martens Special Edition aus den 1950ern.
«Ist meine Bekleidung nun traditionell oder gar ein Verrat an der Tradition?», fragte Paul Knill. Nein, es handle sich um einen bewussten Umgang mit der Tradition: «Die Übergabe von Sitten, Gebräuchen, Erfahrungen und Fertigkeiten aus der Vergangenheit in die Gegenwart erfolgt fortlaufend, löst sich zugunsten eines zusammenhängenden Prozesses auf und führt so nahe an das Wort Fortschritt.»

Bild: Paul Knill

Treffpunkt

Datum: 22.05.2020
Ort: Schwänberg 2676, 9100 Herisau, Wohnhaus Alder
Startzeit: 13:30

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