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13.05.

Istanbul – Eine Reise durch die Zeiten 13.–17.5.

Im Mai 2026 laden wir dazu ein, Istanbul zu entdecken. In dieser Stadt treffen unterschiedlichste Kulturen aufeinander, liegen die Jahrhunderte übereinander. Zwischen Europa und Asien gelegen, entfaltet Istanbul eine einmalige Kraft – ein Sehnsuchtsort für alle, die Architektur als Spiegel der Geschichte und zugleich als Entwurf der Zukunft verstehen. Auf unserer Reise begegnen wir den grossen Klassikern: den Kuppeln Mimar Sinans, den gewaltigen Räumen der Hagia Sophia und den prächtigen Anlagen des Topkapı-Palastes. Sie erzählen von Macht, Spiritualität und der Kunst des Bauens in einer Kultur, die seit Jahrhunderten Brücken schlägt. Genauso wichtig ist der Blick auf das heutige Istanbul: mutige Umbauten, behutsame Restaurierungen oder innovative Neubauten zeigen, wie sich eine Millionenmetropole zwischen Tradition und Avantgarde verortet. Wir spazieren durch historische Viertel, erleben gelungene Quartiersentwicklungen und diskutieren die urbanen Herausforderungen einer Stadt, die sich ständig neu erfindet. Auch die Literatur begleitet uns: Orhan Pamuks «Museum der Unschuld» öffnet eine poetische Tür zum Alltagsleben Istanbuls, zu Erinnerungen, Räumen und Atmosphären. Sein gleichnamiges Museum zeigt, wie Erzählung und Architektur ein einzigartiges Erlebnis schaffen können. Natürlich lassen wir uns auch kulinarisch treiben – vom Mokka am Strassenrand bis zu modernen Interpretationen der osmanischen Küche. Istanbul schmeckt genauso vielfältig, wie es aussieht.


Journal

Preisverleihung «Prix Nagel» 2025

 Ausgezeichnetes Engagement für die Baukultur Familie Wiget Gallati erhält den Preis „Roter Nagel“ 2025 „Wir würden wieder alles gleich machen, denn das Resultat überzeugt uns,“ so beantwortet Margrith Wiget Gallati die Frage des Regierungsrats Michael Stähli an die Eigentümerin nach der wichtigsten Erkenntnis beim Umbau. Der Schwyzer Regierungsrat ist selber Architekt und hatte im März 2024 als Gast beim Tag der offenen Tür vorbeigeschaut. Und nicht nur Regierungsrat Stähli war überrascht, was da zu sehen war. Statt es abzureissen, hat die Familie Wiget Gallati beschlossen, ihr 200-jähriges Bauernhaus in Wangen zu erhalten. Freilich musste man kaputte Teile ersetzen, etwa der verlotterte Anbau im Norden. Auch Flickstellen an der Westfassade sind heute unschwer am hellen Holz auszumachen. Aber dafür konnte viel historische Bausubstanz gerettet werden. Und damit bleiben auch die Erinnerungen an frühere Zeiten erhalten. Neuer Luftraum macht Charme des Alten sichtbarTritt man ein ins Haus, ist man vom zentralen, hohen Raum überrascht. Diesen haben die Architekturschaffenden Toni Schnellmann aus Galgenen mit Jean-Jacques Auf der Maur und Sandro Camenzind vom Büro JJAdM Architektur aus Luzern dem alten Bauernhaus einverleibt. Bei der alten Rauchküche haben sie eine Decke entfernt. So führen die Blicke nun von der neuen Küche bis unters Dach. Wie eine Skulptur ist die Treppe in diesem luftigen Raum geführt. Sie lädt ein zum Spaziergang durchs Haus. So tritt man ein in die verschiedenen Kammern, etwa in die schmucke Stube mit einem Parkettboden, der die Holzfarben des historischen Buffetschranks aufnimmt.  Das alte Bauernhaus in Wangen der Familie Wiget Gallati ist Teil eines Hofs. Dieser liegt an der Hengstackerstrasse im Westen des Dorfs mitten in der Wiese. Diese hatte die Bauernfamilie gepachtet, später Haus und Hof gekauft. Ins Gebäude selber hatte man seit 1965 nichts mehr investiert. Entsprechend trostlos war dessen Zustand. Den Mut der Familie, das alte Haus nicht abzureissen, sondern ihm ein zweites Leben zu schenken, würdigt das Architektur Forum Schwyz mit dem Preis „Roter Nagel“ 2025. Damit zeichnet der Verein Bauherrschaften aus, die für die hiesige Baukultur einstehen. Das sanierte Bauernhaus in Wangen kann dabei weiteren historischen Häusern in der Region als Vorbild dienen. Einige davon stehen ausserhalb der Dorfkerne, sind historische Zeugnisse, weitherum sichtbar und prägen unsere Kulturlandschaft. Sollten wir ihnen nicht mehr Sorge tragen?Das Beispiel zeigt, welche Vorteile der Bestandserhalt und das Weiterbauen von alter Bausubstanz als Erinnerungsspeicher haben. Das wird in Wangen nicht überall erkannt, wie das Beispiel des geplanten Abrisses des Schulhauses zeigt. Obwohl es genügend Beispiele für die Weiternutzung, den Um- und Anbau solcher Objekte in der Schweiz gibt. Nicht zuletzt aus ökologischen Gründen – man denke an die viele im Gebäude gespeicherte Energie – ist das Weiterbauen heute ein Gebot der Stunde. Gute Bauherrschaften gesuchtWie reizvoll das Nebeneinander von Alt und Neu sein kann, konnte die Besuchergruppe des Architektur Forums Schwyz erleben. Am Samstagnachmittag 18. Oktober feierte sie zusammen mit dem Vorstand und der Bauherrschaft die Preisübergabe. Damit gute Projekte entstehen, sind gute Bauherrschaften nötig, ist der Vorstand des Architektur Forums Schwyz überzeugt. Doch bis zum beeindruckenden Ergebnis war es ein langer Weg, wie die Bauherrschaft und die Architekten auf der Führung erklärt haben. „Dank guten Handwerkern aus der Region konnten viele Details vor Ort passgenau gelöst und dadurch viel Originales erhalten werden“, resümiert Toni Schnellmann. Dank der Innendämmung etwa bleiben aussen die Blockbauweise, die Klebedächer und die Fenstereinfassungen erhalten und am Baudenkmal sichtbar. Was viele nicht wissen: Für manche Eingriffe zahlt die Denkmalpflege Zuschüsse zwischen 30 und 40 Prozent – je nach Schutzziel. Auf der Webseite der Kantonalen Denkmalpflege können diese im „Merkblatt für Restaurierungen“ studiert werden. Das ermöglicht den Charme des Altbaus und dadurch das Charakteristische zu erhalten. Das schätzt auch das Paar, das mit seinem Sohn nun hier eingezogen ist, wie der neue Hausherr in seiner veritablen Liebeserklärung an das neue Heim ausführte. Die Familie Wiget Gallati hatte im Nu Interessenten für das schmucke Bauernhaus gefunden. Auch das Architektur Forum Schwyz freut sich und gratuliert zum vorbildhaften Umbau.   Roland Züger, Architektur Forum Schwyz