Journal

Hier lesen Sie nach, was Sie von unseren Aktivitäten verpasst haben: Informationen aus dem Vorstand, Veranstaltungsberichte oder Echos aus dem Blätterwald.

Listenansicht

Infos aus dem Vorstand

Preisverleihung «Prix Nagel» 2026

Baukultur ist Teamarbeit Einsiedlerhof erhält «Roter Nagel» 2026 vom Architektur Forum Schwyz  Die Aufzählung von Bezirksrat Stefan Kälin, Ressortchef Liegenschaften beim Bezirk Einsiedeln, wollte fast nicht enden: Ein Spitalprovisorium, eine Asylunterkunft, eine Schuleinrichtung samt Kindergarten, ein Hotel oder ein Schwimmbad hätten am Paracelsuspark beim Kloster Einsiedeln entstehen sollen. Sämtliche Nutzungsideen fanden keine Gnade vor dem Volk. Erst das Konzept einer gemischten Nutzung mit Bezirksverwaltung, Pfarreiheim und Wohnungen konnte sich durchsetzen – mit 70 Prozent Zustimmung. Im Frühling 2026 haben die drei beteiligten Bauherrschaften ihre Häuser bezogen. Jedes ist anders, aber alle gut gestaltet und doch spielen alle gut zusammen – also ein gelungenes Ensemble. Für die geglückte Teamarbeit verleiht das Architektur Forum Schwyz 2026 dem Einsiedlerhof die Auszeichnung «Roter Nagel». Der Bezirk baut vorbildhaftBei seiner ersten Verleihung vor zwei Jahren ging der Preis nach Oberschönenbuch für ein gestalterisch umsichtig saniertes Haus aus dem Jahr 1316. Im letzten Jahr erhielt die Bauherrschaft eines hervorragend renovierten Bauernhauses ausserhalb der Bauzone in Wangen die Auszeichnung. Nun ist die Kantonsmitte an der Reihe: Nicht mehr mit einem Um-, sondern mit einem Neubau und erstmals hat auch die öffentliche Hand ihre Finger im Spiel. Mit dem Preis werden nicht Architektinnen und Architekten bedacht, sondern die Auftraggebenden. Gute Architektur und gut gestaltete Orte können nur durch Aufträge von mutigen Bauherrschaften entstehen, so die Erfahrungen im Architektur Forum Schwyz. Anspruchsvolle BaustelleDer Ort, direkt gegenüber des mächtigen Sandsteinportals des Klosters Einsiedeln ist so eindrücklich wie anspruchsvoll. Deshalb haben Bezirk und Kirchgemeinde sich für einen Architekturwettbewerb entschieden. Pool Architekten aus Zürich haben mit ihrem Vorschlag für eine Bebauung mit einzelnen freistehenden Häusern gewonnen und diesen mit der Entwicklungsfirma Halter realisiert. Das gebaute Resultat zeigt, wie harmonisch sich die Neubauten in den historischen Bestand einfügen. Bezirksverwaltung und Wohnhaus säumen den Paracelsuspark neben dem Kloster. Über mehrere Wege durch den grünen Innenhof verbunden, liegt das neue Pfarreiheim etwas tiefer. Dort überdacht eine Arkade den Zugangsweg, dem langen Bestandsbau der bestehenden Jugendkirche aus den 1940er Jahren gegenüber. Sitzbänke, Brunnen und Bäume laden in diesem Freiraum zum Aufenthalt ein. Gemeinsam ein lebendiges Dorf gestaltenTatsächlich ist der Ort auch am Abend belebt. Albert Schönbächler, Präsident der Kirchgemeinde, schwärmt bei der Preisübergabe vom Leben, das nun Einzug hielt: «Es läuft was.» Foyer und Saal seien so oft genutzt, dass die Hausmeister sich gut organisieren müssen. Selbst abends und an Wochenenden seien Foyer und Saal für Veranstaltungen gebucht. Die grosszügige Form und die warme Atmosphäre des Holzes tragen auch dazu bei. «Durch das neu gestaltete Gesamtkonzept ist ein Treffpunkt im Dorf entstanden. Nicht protzig, sondern angemessen», meint Schönbächler.Auch für den Bezirk ist der Neubau ein grosser Gewinn. «Früher waren die Abteilungen auf mehrere Standorte verteilt. Nun schätzen wir die Nähe, die ein effizientes Arbeiten ermöglicht», schwärmt der Landschreiber Patrick Schönbächler. «Die Büros sind gut ausgestattet und die Lage ist zentral.» Auch das Haus des Bezirks steht über die Bürozeiten hinaus offen, denn im Sockel befinden sich die öffentliche Bibliothek und die Räume der Musikschule. Hier spielen Musikschülerinnen und Musikschüler aber auch Gesellschaften, wie die Jugendmusik oder die Konkordia Einsiedeln. Dorthin verabschiedet sich dann auch der Liegenschaften-Verantwortliche Stefan Kälin nach dem Apéro. Denn die Konkordia hat heute Probenabend. Nicht nur die ortsbauliche Anordnung der Gebäude, auch die Akustik im Proberaum sei hervorragend, ruft er stolz Andreas Sonderegger von den projektverantwortlichen pool Architekten aus Zürich zum Abschied zu. Das Architektur Forum Schwyz gratuliert zum «Roten Nagel» 2026 für den Einsiedlerhof und hofft, auch die anderen Bezirke und die Gemeinden nehmen sich das Ensemble zum Vorbild. Roland Züger, Architektur Forum Schwyz


Veranstaltungsberichte

Istanbul – Eine Reise durch die Zeiten 13.–17.5.

Im Mai 2026 laden wir dazu ein, Istanbul zu entdecken. In dieser Stadt treffen unterschiedlichste Kulturen aufeinander, liegen die Jahrhunderte übereinander. Zwischen Europa und Asien gelegen, entfaltet Istanbul eine einmalige Kraft – ein Sehnsuchtsort für alle, die Architektur als Spiegel der Geschichte und zugleich als Entwurf der Zukunft verstehen. Auf unserer Reise begegnen wir den grossen Klassikern: den Kuppeln Mimar Sinans, den gewaltigen Räumen der Hagia Sophia und den prächtigen Anlagen des Topkapı-Palastes. Sie erzählen von Macht, Spiritualität und der Kunst des Bauens in einer Kultur, die seit Jahrhunderten Brücken schlägt. Genauso wichtig ist der Blick auf das heutige Istanbul: mutige Umbauten, behutsame Restaurierungen oder innovative Neubauten zeigen, wie sich eine Millionenmetropole zwischen Tradition und Avantgarde verortet. Wir spazieren durch historische Viertel, erleben gelungene Quartiersentwicklungen und diskutieren die urbanen Herausforderungen einer Stadt, die sich ständig neu erfindet. Auch die Literatur begleitet uns: Orhan Pamuks «Museum der Unschuld» öffnet eine poetische Tür zum Alltagsleben Istanbuls, zu Erinnerungen, Räumen und Atmosphären. Sein gleichnamiges Museum zeigt, wie Erzählung und Architektur ein einzigartiges Erlebnis schaffen können. Natürlich lassen wir uns auch kulinarisch treiben – vom Mokka am Strassenrand bis zu modernen Interpretationen der osmanischen Küche. Istanbul schmeckt genauso vielfältig, wie es aussieht.


Infos aus dem Vorstand

Preisverleihung «Prix Nagel» 2025

 Ausgezeichnetes Engagement für die Baukultur Familie Wiget Gallati erhält den Preis „Roter Nagel“ 2025 „Wir würden wieder alles gleich machen, denn das Resultat überzeugt uns,“ so beantwortet Margrith Wiget Gallati die Frage des Regierungsrats Michael Stähli an die Eigentümerin nach der wichtigsten Erkenntnis beim Umbau. Der Schwyzer Regierungsrat ist selber Architekt und hatte im März 2024 als Gast beim Tag der offenen Tür vorbeigeschaut. Und nicht nur Regierungsrat Stähli war überrascht, was da zu sehen war. Statt es abzureissen, hat die Familie Wiget Gallati beschlossen, ihr 200-jähriges Bauernhaus in Wangen zu erhalten. Freilich musste man kaputte Teile ersetzen, etwa der verlotterte Anbau im Norden. Auch Flickstellen an der Westfassade sind heute unschwer am hellen Holz auszumachen. Aber dafür konnte viel historische Bausubstanz gerettet werden. Und damit bleiben auch die Erinnerungen an frühere Zeiten erhalten. Neuer Luftraum macht Charme des Alten sichtbarTritt man ein ins Haus, ist man vom zentralen, hohen Raum überrascht. Diesen haben die Architekturschaffenden Toni Schnellmann aus Galgenen mit Jean-Jacques Auf der Maur und Sandro Camenzind vom Büro JJAdM Architektur aus Luzern dem alten Bauernhaus einverleibt. Bei der alten Rauchküche haben sie eine Decke entfernt. So führen die Blicke nun von der neuen Küche bis unters Dach. Wie eine Skulptur ist die Treppe in diesem luftigen Raum geführt. Sie lädt ein zum Spaziergang durchs Haus. So tritt man ein in die verschiedenen Kammern, etwa in die schmucke Stube mit einem Parkettboden, der die Holzfarben des historischen Buffetschranks aufnimmt.  Das alte Bauernhaus in Wangen der Familie Wiget Gallati ist Teil eines Hofs. Dieser liegt an der Hengstackerstrasse im Westen des Dorfs mitten in der Wiese. Diese hatte die Bauernfamilie gepachtet, später Haus und Hof gekauft. Ins Gebäude selber hatte man seit 1965 nichts mehr investiert. Entsprechend trostlos war dessen Zustand. Den Mut der Familie, das alte Haus nicht abzureissen, sondern ihm ein zweites Leben zu schenken, würdigt das Architektur Forum Schwyz mit dem Preis „Roter Nagel“ 2025. Damit zeichnet der Verein Bauherrschaften aus, die für die hiesige Baukultur einstehen. Das sanierte Bauernhaus in Wangen kann dabei weiteren historischen Häusern in der Region als Vorbild dienen. Einige davon stehen ausserhalb der Dorfkerne, sind historische Zeugnisse, weitherum sichtbar und prägen unsere Kulturlandschaft. Sollten wir ihnen nicht mehr Sorge tragen?Das Beispiel zeigt, welche Vorteile der Bestandserhalt und das Weiterbauen von alter Bausubstanz als Erinnerungsspeicher haben. Das wird in Wangen nicht überall erkannt, wie das Beispiel des geplanten Abrisses des Schulhauses zeigt. Obwohl es genügend Beispiele für die Weiternutzung, den Um- und Anbau solcher Objekte in der Schweiz gibt. Nicht zuletzt aus ökologischen Gründen – man denke an die viele im Gebäude gespeicherte Energie – ist das Weiterbauen heute ein Gebot der Stunde. Gute Bauherrschaften gesuchtWie reizvoll das Nebeneinander von Alt und Neu sein kann, konnte die Besuchergruppe des Architektur Forums Schwyz erleben. Am Samstagnachmittag 18. Oktober feierte sie zusammen mit dem Vorstand und der Bauherrschaft die Preisübergabe. Damit gute Projekte entstehen, sind gute Bauherrschaften nötig, ist der Vorstand des Architektur Forums Schwyz überzeugt. Doch bis zum beeindruckenden Ergebnis war es ein langer Weg, wie die Bauherrschaft und die Architekten auf der Führung erklärt haben. „Dank guten Handwerkern aus der Region konnten viele Details vor Ort passgenau gelöst und dadurch viel Originales erhalten werden“, resümiert Toni Schnellmann. Dank der Innendämmung etwa bleiben aussen die Blockbauweise, die Klebedächer und die Fenstereinfassungen erhalten und am Baudenkmal sichtbar. Was viele nicht wissen: Für manche Eingriffe zahlt die Denkmalpflege Zuschüsse zwischen 30 und 40 Prozent – je nach Schutzziel. Auf der Webseite der Kantonalen Denkmalpflege können diese im „Merkblatt für Restaurierungen“ studiert werden. Das ermöglicht den Charme des Altbaus und dadurch das Charakteristische zu erhalten. Das schätzt auch das Paar, das mit seinem Sohn nun hier eingezogen ist, wie der neue Hausherr in seiner veritablen Liebeserklärung an das neue Heim ausführte. Die Familie Wiget Gallati hatte im Nu Interessenten für das schmucke Bauernhaus gefunden. Auch das Architektur Forum Schwyz freut sich und gratuliert zum vorbildhaften Umbau.   Roland Züger, Architektur Forum Schwyz


Veranstaltungsberichte

Architektur Forum Schwyz im Bezirk Höfe

Ende November konnten die Mitglieder des Architektur Forum Schwyz (AFS) an einem Anlass in Freienbach teilnehmen. Das Rathaus und das Justizgebäude Leutschen des Bezirks Höfe in  Freienbach wurden im Sommer dieses Jahr in Betrieb genommen. Bei der Führung durch die beteiligten Architekten wurden viele Informationen zum Projekt vermittelt.     Im Juli dieses Jahres konnte nach zweijähriger Bauzeit das umgebaute Rathaus und das neu erstellte Justizgebäude Leutschen in Freienbach des Bezirks Höfe in Betrieb genommen werden. Die bisher auf zwei Standorte in Wollerau verteilten Büroflächen entsprachen nicht mehr den Anforderungen an zeitgemässe und effizient nutzbare Verwaltungsräume. Das freigewordene Sekundarschulhaus Leutschen in Freienbach bot die Möglichkeit, die benötigten Räume bedürfnisgerecht zusammenzuführen. Das bisherige Sekundarschulhaus Leutschen wird seit 2022 nicht mehr schulisch genutzt. Durch einen Umbau kann das Gebäude nun als Rathaus des Bezirks Höfe genutzt werden. Möglichst viele Bauteile des bestehenden Bauwerks sollten beibehalten werden. Dies betrifft insbesondere die Fassade und den grössten Teil der Gebäudestruktur. Vor allem bei der Haustechnik und bei der Erschliessung waren tiefgreifende Eingriffe nötig. Das neu errichtete zentrale Treppenhaus erfüllt die hohen Anforderungen an die Sicherheit und den Brandschutz.  Die bisherigen Schulräume werden nun als Verwaltungsräume genutzt und bieten die nötige Kapazität und Flexibilität für die nächsten Jahre. Der Neubau des Justizgebäudes umfasst den Gerichtssaal, Verhandlungsräume als auch die notwendigen Büros und Nebenräume. Das zentrale Atrium bringt einerseits Tageslicht insErdgeschoss, andererseits dient der Raum als Drehscheibe für die Erschliessung des Gebäudes. Da das Gebäude von Grund auf neu gebaut wurde, konnten die hohen Anforderungen an die Sicherheit, Funktionalität und Erscheinung eines Justizgebäudes optimal umgesetzt werden.  Das Areal Leutschen ist umgeben von Wohnquartieren mit Einfamlien- und Mehrfamilienhäusern. Die Umgebungsflächen waren bisher geprägt durch die schulische Nutzung. Die neue Situation mit dem Justizgebäude und dem Rathaus verändert auch das Umfeld der Gebäude. Prägnant sind insbesondere die 65 Parkplätze, welche auf dem Areal Platz finden mussten, da auf eine Tiefgarage verzichtet wurde. Durch die geplante Umgestaltung der Rebhaldenstrasse werden zusätzliche Bäume die Umgebung der Anlage aufwerten. Beim Tag der offenen Türe am 5. Juli wurde die zentrale Piazza zwischen Rathaus und Justizgebäude für die Feierlichkeiten und das Zusammensein genutzt. Eine gelegentliche Durchführung eines öffentlichen Anlasses auf dem Areal wäre eine schöne Integration der Verwaltungsanlage in das Quartier!   Architektur Forum Schwyz, Daniel Schnellmann, Wilen


Infos aus dem Vorstand

Preisverleihung «Prix Nagel» 2024

Ausgezeichnetes Engagement für die Baukultur Christoph und Miriam Bühlmann-Zgraggen erhalten den Preis «Roter Nagel» 2024 Im Jahresprogramm des Architektur Forum Schwyz wurde noch nicht verraten, wem der nun erstmals ausgelobte Baukultur-Preis verliehen wird. Nun ist das Geheimnis gelüftet. Das Haus Schönenbuch erhält den «Roter Nagel». Das Architektur Forum Schwyz würdigt damit Christoph und Miriam Bühlmann-Zgraggen als Bauherrschaft des frisch sanierten mittelalterlichen Blockbaus, oberhalb von Ibach. Zusammen mit der bauhistorischen Forschung und der Denkmalpflege haben Bauherrschaft und BSS Architekten aus Schwyz die faszinierende Geschichte des Hauses wieder erfahrbar gemacht. Sie haben das historische Gebäude aus dem Jahr 1316 mit feinem Gespür saniert und umgebaut.  Reichen Erfahrungsschatz weitergebenJüngst hat Christoph Bühlmann die Interessengemeinschaft historische Blockbauten im Kanton Schwyz ins Leben gerufen. Er will seine Erfahrungen aus der Sanierung des denkmalgeschützten Hauses teilen. Die IG informiert zu kniffligen Details der Baukonstruktion, kann den Kontakt zu erfahrenen Handwerkern vermitteln oder über die (teils erheblichen) Subventionsbeiträge der Denkmalpflege berichten. Derzeit laufen allein im Talboden von Schwyz an mindestens drei Holzbauten aus dem Mittelalter Planungen zu oder sind bereits im Umbau. Das klug sanierte Haus Schönenbuch kann dafür gut als Vorbild dienen. Es zeigt, dass modernes Wohnen mit der historischen Substanz sehr gut zusammengeht.  Gute Bauherrschaften gesuchtWie reizvoll das Nebeneinander von Alt und Neu inszeniert werden kann, konnte die kleine Besuchergruppe des Architekturforums Schwyz erleben. Am Abend vom Montag 28. Oktober feierte sie zusammen mit dem Vorstand und der Bauherrschaft die Preisübergabe. «Damit gute Projekte entstehen, sind gute Bauherrschaften nötig», brachte Reto Steinegger, Präsident des Architekturforums Schwyz den Grund zur Verleihung des «Roten Nagels» 2024 auf den Punkt. Nur so könne gute Architektur entstehen. Der Verein zeichne künftig regelmässig engagierte Bauherrschaften für ihren Einsatz für gute Architektur aus. Doch bis zum beeindruckenden Ergebnis war es ein langer und teils abenteuerlicher Weg, wie die Bauherrschaft auf der Führung erklärt.  Weiterbauen am Denkmal«Man hätte sich nicht vorstellen können, was sich dahinter alles versteckt», erklärt Miriam Bühlmann-Zgraggen und meint das Dutzend Schichten, die sie abgetragen hatten, um die ursprüngliche Substanz des Hauses wieder freizulegen. Einiges war morsch, wie der Anbau bergseits, der daraufhin einen modernen Ersatz erhielt. Der talseitige Hausteil und damit das Gesicht des Hauses ist jedoch vollständig erhalten. Auf zwei Etagen kann man darin die alten Bohlen-Balkendecken oder die fein profilierten, historischen Handverkleidungen bestaunen. Die Bäume des Blockbaus liessen sich auf das Jahr 1316 datieren, die nun mit den Händen zu greifen sind – ein aussergewöhnliches Erlebnis.Am eindrucksvollsten wird man Zeuge der reizvollen Mischung aus Alt und Neu, wenn man in der einstigen Rauchküche steht. Der hohe Raum bildet das Zentrum des Hauses: Hier eröffnen sich Blicke in alle Bereiche und zugleich in alle Zeitschichten hinein. Die helle neue Holztreppe führt eindrücklich am russgeschwärzten Blockholz der alten Feuerstelle vorbei in die obere Etage. Auch hier sind dunkle, historische Holzpartien mit neuen, hellen Holzbauteilen kombiniert und strahlen grosse Wohnlichkeit aus. Details wie ein alter Kachelofen, der historische Holzherd der Küche oder bauliche Details wie handbreite, kleinen Schiebefenster tragen zum Charme des Hauses bei.  Gleichzeitig zog ein zeitgemässer Wohnkomfort in das frisch sanierte Haus ein. So ist die neue Küche offen mit dem Wohnraum verbunden, im Neubauteil ist das grosszügige Bad gut mit Tageslicht versorgt und im ganzen Haus ist eine Fussbodenheizung am Werk. Das Architektur Forum Schwyz gratuliert zum gelungenen Umbau und ist froh, dass eine so engagierte Bauherrschaft die 700jährige Geschichte des Hauses in die nächste Dekade führt. – Roland Züger, Architektur Forum Schwyz