12.03.2020
Skitag Lenzerheide Arosa – Drei Gebäude von Bearth & Deplazes

Wie werden Infrastrukturen wie Bergbahnen zu architektonischen Glücksfällen statt gestalterischen Ausrutschern? So untersuchen wir auf unseren Brettern jüngere Werke der Alpinen Architektur: feurig farbige oder metallisch glänzende Skulpturen.

Programm

  • 08.00 Uhr Treffpunkt Park and Ride Pfäffikon oder
  • 09.00 Uhr Parkplatz Proschieri, Parpan

Wie werden Infrastrukturen wie Bergbahnen zu architektonischen Glücksfällen statt gestalterischen Ausrutschern? Es braucht ein Konzept, das über die funktionale Pragmatik hinaus eine einprägsame Atmosphäre und im gelungenen Fall ein Erlebnis schafft. So untersuchen wir auf unseren Brettern jüngere Werke der Alpinen Architektur: feurig farbige oder metallisch glänzende Skulpturen.

Unauffällig ist die grosse Talstation der Sesselbahn der Carmennabahn in Arosa in eine Mulde eingebettet. Das mehrfach geknickte Dach, entworfen 2001 von Bearth & Deplazes, gleicht sich der sanften Hügelstruktur der nahen Umgebung an. Im Winter vom Schnee bedeckt, im Sommer mit Gras bewachsen, ist die Anlage mit der Natur eins geworden. Von oben ist die Talstation lediglich an der Ein- und Ausfahrt der Sessel zu erkennen. Exponierter funkelt die Bergstation auf einem Plateau unterhalb des Weisshorns. Schutz bietet hier ein dreieckiges Dach aus Aluminiumblech, ein Hochgebirgsbiwak. Inwendig sind die Stahlkonstruktionen der Berg- und der Talstation mit farbigen Holzbrettern verkleidet. 

Der Neubau der Carmennabahn demonstriert auf aussergewöhnliche Weise, wie touristische Anforderungen mit den Ansprüchen des Landschaftsbildes spielerisch und zurückhaltend vereint werden können. Die Aroser Bergbahnen haben mit diesem Auftrag für den aussergewöhnlichen Sessellift Mut bewiesen.

Das neue Gipfelrestaurant auf dem Weisshorn, entworfen von Thilla Theus und Partner 2012, ist zu einem Wahrzeichen Arosas geworden. Es fügt sich in die grandiose Bergwelt ein. Der Innenraum verströmt die Atmosphäre eines gemütlichen Berghauses. Die Materialien sind einfach, natürlich und warm: rohe Fichte an Decken und Wänden, dunkler Kugelgarnteppich am Boden. Eine Inszenierung erfährt der Innenraum durch das Alpenpanorama, das spannungsreich über ein umlaufendes Fensterband erlebbar ist. Die äussere Hülle aus natureloxiertem Aluminium über einer Konstruktion aus Stahl und Fichtenholz umschliesst den gesamten Baukörper wie eine schützende Kappe.

Bilder: Ralph Feiner